Leistungssport Berichte

London – die zweite

von Silke Rockenstein

Der Überlinger Achter beim Vets‘ Head 2017 in LondonDas Rennachter-Team vom ÜRC hat im März 2017 zum zweiten Mal an der internationalen Achter-Regatta „Vesta Veterans‘ Head“ auf der Themse in London teilgenommen. Und ist glücklich und ein bisschen stolz mit Wimpel nach Hause zurückgekehrt – als schnellstes internationales mixed Team.

Doch bis es soweit war, gab es viele Hürden zu überwinden. Dieses Mal war der Plan, mit vier Männern und vier Frauen, als echter gemischter Achter anzutreten. Das Team mitsamt Ersatzmann musste zusammengestellt, gemeinsame Trainingszeiten ausgelotet und das Boot in London und die Teilnahme organisiert werden. Gestartet sind in diesem Jahr (von Schlag bis Bug): Mariusz Hermansdörfer, Ursel Kolberg, Silke Rockenstein, Katja Lax, Lars Bäcker, Rolf Geiger, Cornelia Raichle und Dieter Beising. Trainer und diesjähriger Ersatzmann war Andreas Fundinger, der von Co-Trainer Rolf Geiger unterstützt wurde.

 

Vets‘ Head ist nicht gleich Vets‘ Head

Das ÜRC-Team mit Vespoli nach der Achter-Regatta im März 2017 in London: v. li. n. re.: Ursel Kolberg, Conny Raichle, Katja Lax, Dieter Beising, Silke Rockenstein, Andreas Fundinger, Lars Bäcker, Rolf Geiger und Mariusz Hermansdörfer.
Das ÜRC-Team mit Vespoli nach der Achter-Regatta im März 2017 in London: v. li. n. re.: Ursel Kolberg, Conny Raichle, Katja Lax, Dieter Beising, Silke Rockenstein, Andreas Fundinger, Lars Bäcker, Rolf Geiger und Mariusz Hermansdörfer.

Wenn man einmal in London bei der Master-Regatta auf der Themse mitgerudert ist, kann man nicht davon ausgehen, dass im nächsten Jahr alles gleich abläuft. So gab es für uns ein paar Überraschungen! Am Vorabend wurde es noch einmal spannend – der „Mens‘ Head“, der immer am Vortag stattfindet, wurde wegen zu starkem Wind abgesagt. Es war also nicht klar, ob wir am nächsten Tag starten durften. Trotzdem stärkten wir uns traditionell mit viel Kohlehydraten. Klar war bereits, dass die Strecke wegen der Tiden der Themse dieses Mal genau andersherum und etwas gekürzt (ca. 4,5 km) verlaufen würde. Gespannt waren wir auch auf unsere diesjährige Steuerfrau bzw. Steuermann. Da es besonderer Kenntnisse bedarf – es gibt viele Kurven und über 200 Achter zur gleichen Zeit auf der Themse - ist es Pflicht, einen Einheimischen ans Steuer zu setzen.

8 Uhr am Sonntagmorgen in Putney

Luxus pur: Unser Vespoli-Rennachter stand bereits mitsamt Riemen und passenden Schuhen für jeden und jede am Regattaplatz nahe des Starts bereit. Unser Freund Andrew James, kurz AJ, aus England hatte dafür gesorgt. Das Wiedersehen war sehr herzlich! Während die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, erfuhren wir auch, wer unser Steuermann sein würde – Andrew!!! Das war eine Überraschung! Mit seinen über 90 Kilos, seiner Erfahrung auf der Themse und als Trainer, hatten wir einen Experten an Bord, auch wenn das Boot etwas niedriger im Wasser lag.

Bei sehr starkem Wind fuhren wir zum Start und reihten uns ein. Das Gefühl, in einem modernen Rennachter zu rudern, war sensationell! Nicht nur, weil jede zweite Mannschaft Andrew kannte, sondern auch, weil viele überrascht darüber waren, dass er als Steuermann teilnahm, lernten wir schon vor dem Rennen auf dem Wasser viele Mannschaften kennen. „Habt Ihr keinen leichteren Steuermann gefunden?“, gab es da oft zu hören – AJ nahm es gelassen, besonders bequem hatte er es zudem nicht.

Endlich durften wir starten. Wow, war das ein schnelles Rennen: wir waren gut in Form, kämpften unter dem energischen Kommando von Andrew, hinzu kamen starker Wind und Strömung. Ziemlich frech steuerte AJ uns sehr nahe am nächsten Gegner vorbei. Ruckzuck erreichten wir glücklich und erschöpft in knapp 16 Minuten das Ziel. Wir waren uns einig: Das weitere Jahr gemeinsames Achter-Training hat sich in punkto Technik, Ausdauer und Teamarbeit ausgezahlt.

Dankeschön

Ein ganz herzliches Dankeschön vom gesamten Team gilt zu allererst Fundi, der uns so geduldig trainiert und motiviert hat und dieses Jahr die Rolle des Ersatzmanns übernommen hat! Außerdem sind wir unserem Freund Andrew unendlich dankbar dafür, dass er großen Aufwand betrieben hat, um uns einen Rennachter zu stellen und uns zu steuern! Vielen lieben Dank außerdem an Co-Trainer Rolf, der nie zu müde war, uns unsere Fehler auszutreiben, uns mit Intervalltraining auf Touren zu bringen und uns zu loben!

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