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Vereinsleben Berichte

Ehrenamtlich in Ghana

von Ilse Wagner

Am Freitag, 3. März, lud unsere Ruderkollegin Roswitha Allgöwer zu einem Abend mit Einblick in das Leben in Ghana ein. Roswitha wurde vom German Rotary Volunteer Doctors e.V. (GRVD), einer humanitären Hilfsorganisation, die von allen Rotary Distrikten in Deutschland getragen wird, eingeladen um vier Wochen im Holy Family Hospital- Berekum als Hebamme unterstützend tätig zu sein.

Nach einigen Überlegungen nahm sie diese Einladung an und lies die vier Kinder von 10 bis 18 Jahren und ihren Ehemann Thomas mit To-do-Listen einfach zurück. Mit dem pensionierten Gynäkologen Prof. Dr. Heidenreich flog sie am 2. Januar zunächst in die Hauptstadt Accra und reiste dann per Flugzeug und Pkw weiter nach Berekum (ca. 60.000 Einwohner), unweit der Distrikthauptstadt Sunyani ins westliche Zentrum Ghanas. Die heutige Republik Ghana – auch Goldküste genannt –, grenzt im Westen an die Elfenbeinküste und war bis 1957 eine britische Kolonie. Noch heute ist Englisch die Amtssprache.

Doch bevor uns Roswitha auf eine Bilderreise mitnahm, bekamen wir ein pikant gewürztes Gericht aus dicken weißen Bohnen, Tomaten, Chillies und Karotten, im rötlichen Palmöl geschmort, daher der Name "Red-Red". Dazu gab es "Plantains", gebackene Kochbananen.

Gut gesättigt konnten wir entspannt Einblick in ihre Tätigkeit in der Geburtsstation des Krankenhauses nehmen, wo mindestens zehn Patientinnen einem Saal untergebracht sind. Da ein ghanaischer Kreißsaal nicht mit einem europäischen zu vergleichen ist, sind Wissen und schnelles Handeln einer westlichen Hebamme dort sehr gefragt.

Roswitha unterstützte und schulte das Personal auf der Geburtsstation. In dieser Zeit half sie bei über 30 Geburten, damit die Kinder gut auf die Welt kommen und die Mütter am Leben bleiben. Erstaunlich ist, dass die sehr dunkelhäutigen Westafrikaner bei der Geburt zunächst hellere Haut haben und erst nach einigen Tagen sozusagen nachdunkeln. Die Kindersterblichkeit ist seit der besseren medizinischen Versorgung drastisch zurückgegangen, sodass die Bevölkerung sich in wenigen Jahrzehnten verdoppelt hat.

Neben der Krankenhaustätigkeit konnte Roswitha zusammen mit dem begleitenden Arzt und einem lokalen Fahrer am Wochenende etwas vom Land sehen, was bei dem tropischen Klima mit bis zu 40 Grad ziemlich anstrengend sein konnte. Der Besuch eines bunten Markttreibens mit gutem Angebot an Früchten und Gemüse gehörte ebenso zum Ausflugsprogramm wie der sonntägliche Besuch eines nicht weniger bunten Gottesdienstes in der christlich geprägten Region. Ein Abstecher zu einer Goldmine im rohstoffreichen Ghana, eine Fahrt zu den Wasserfällen bei Kintampo und zum fischreichen Bosumtwi-See in der Ashanti Region rundete das Sightseeing ab.

Herzlichen Dank liebe Roswitha, für den Aufwand mit Präsentation und Essenzubereiten. Jetzt wissen wir mehr über Geburtshilfe in Ghana und das Leben dort. Die landwirtschaftlichen Produkte wie Kokosnüsse, Cashnew-Früchte und Kakaobohnen sind uns längst vertraut.

Sicher erfahren wir wieder Neues, wenn Roswitha im Januar 2018 erneut nach Ghana reisen und im Holy Family Hospital in Berekum ehrenamtlich in der Geburtshilfe tätig sein wird.

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