Breitensport Berichte

… eine Seefahrt, die ist lustig …

von Ilse Wagner

Allerdings war bei der geplanten Wanderfahrt auf dem Untersee am 18. Mai kurzfristig Improvisieren angesagt.

Unser Wanderruderwart Rolf hatte eigentlich das große Kirchboot "Karisma" von See-mal-Rhein mit 14 Rollsitzen für uns reserviert. Doch leider konnten wir nur 8 ÜRC'ler zusammentrommeln, somit fehlten sechs Ruderer zur vollen Bootsbesetzung. Aber wir hatten zweifaches Glück! Einmal gelang es Rolf, das kleinere Kirchboot, das sog. Kapellenboot "Kadima" mit 8 Rollsitzen gegen "Karisma" kurzfristig auszutauschen. Zum anderen sprang eine erfahrene Ruderin von See-mal-Rhein für eine verletzte Überlingerin ein, sodass wir mit ihr und dem Steuermann eine komplette Mannschaft für "Kadima" waren.

Am TSV-Radolfzell im Markelfinger Winkel erwartete uns spiegelglattes Wasser. Nach einer Woche mit eisigem Nord-Ost-Wind, Wellen und täglicher Starkwindwarnung war dies eine Wohltat.

"Kadima" war schnell gewassert und wir konnten sogar trockenen Fußes einsteigen. Nach kurzer Einweisung mit 'Ruder lang', damit unterwegs niemand vom Riemen getroffen wird, ging es genüsslich auf den Gnadensee. Die Morgenstille in diesem Seeteil inmitten vieler Wasservögel ist immer wieder etwas Besonderes, was wir im quirligen Überlingen nur im Winter kennen. Gemächlich glitten wir vorbei an der Insel Reichenau mit ihren drei romanischen Kirchen (UNESCO-Welterbe). Mit dem breiten Boot den Bruckgraben zu passieren, um die Reichenau zu umrunden, war nicht ganz einfach, aber mit dem Kommando 'Ruder lang' klappte es gut. Danach ging es auf dem ebenfalls ruhigen Seerhein in Ufernähe weiter mit Blick auf die Blumengärten der Anwohner.

Danke an alle für diese beschauliche und doch noch gelungene 32-km-Fahrt im behäbigen Kapellenboot, quasi der kleineren Schwester des Kirchboots.

Zurück