Breitensport Berichte

Rudern zwischen Fischadlern und Seerosen

von Silke Rockenstein

1117 natürliche Seen befinden sich an der Mecklenburgischen Seenplatte. Nicht alle werden als Ruderreviere genutzt. Am größten See - der Müritz, die nach dem Bodensee der zweitgrößte deutsche See ist – gibt es zum Beispiel keinen Ruderverein. Doch die Seen laufen häufig ineinander über oder sind durch Kanäle verbunden, sodass die Rudermöglichkeiten sehr vielfältig sind. Und wunderschön!

Überwältigend ist für den Rudertourist im Land der 1000 Seen das Naturerlebnis: Nirgendwo in Deutschland brüten mehr See- und Fischadler, Kraniche und Rohrdommeln. Ich hatte das Glück, gleich zwei Gebiete vom Ruderboot aus erleben zu können.

In Malchow haben Barbara Günther und Peter Latus vor ein paar Jahren Deutschlands erste Ruderschule (https://www.ruderschule-seenplatte.de/) eröffnet. Die Wartelisten in vielen Clubs für Schnupper- oder Anfängerrudern sind lang, was liegt da näher, die ersten Ruderschläge mit einem Urlaub an der Seenplatte zu verbinden! Die beiden Ruderinstruktoren, die beim Ruderclub Thun in der Schweiz ihre Leidenschaft zu diesem Sport entdeckt haben, bieten geübten Ruderern auch die Weiterentwicklung ihrer Rudertechnik an. Das Ruderrevier ab Malchow zwischen Plauer See und Fleesensee ist wow! Egal woher der Wind weht, es findet sich immer ein ruhiges Wasser zum Rudern.

Unsere Route führt uns an meinem Besuchstag über den Recken (ein Flussabschnitt der Elde) durch den schmalen kurzen Kanal der Drehbrücke, entlang des Malchower Sees in den Fleesensee. Als Bodenseeanwohner staune ich über die unberührte Natur durch die wir rudern: weidende Kühe und Pferde am Ufer, Reiher und ein schwimmender Rehbock. Den gibt es allerdings nicht alle Tage, sagt Barbara.

Ein paar Tage später bin ich zu Gast beim Ruderverein Blau-Weiss Mirow. Wir rudern entlang dem Mirower See, durchqueren noch zwei weitere Seen, um dann im Großen Kotzower See mit den anderen Ruderern eine kleine Rast und Bierpause einzulegen. Zwischendurch fahren wir an riesigen Seerosenfeldern vorbei, erleben sich zankende Milane und Fischadler auf der Jagd nach Fischen und hören dem Schilfrohrsänger zu. Ansonsten herrscht absolute Ruhe um uns herum. Zeitweise ist die Durchfahrt durch schmalere Seewege nur Anliegern erlaubt. Bei der Rückfahrt gibt es für die Touristin noch eine Extrarunde um die Liebesinsel am Mirower Schloss vorbei.

Vielen Dank an die Gastgeber für den Einblick in Eure wunderschönen Ruderreviere! Ich komme wieder!

Silke Rockenstein

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