Breitensport Berichte

Spannende Regatta mit Höhen und Tiefen

von Sabine Busse

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte nahm der ÜRC an Deutschlands größter Achter-Regatta auf dem Starnberger See mit den beiden Booten „Bodensee“ und „Überlingen“ sowie drei Mannschaften teil. Als Gerät und Ruderer am Freitag eintrafen, zeigte sich der See von seiner Bilderbuchseite mit glattem Wasser.

Ausrichter des Ruderspektakels, das bereits zum 34. Mal stattfand, ist der Münchener Ruder- und Segelverein „Bayern“. Die Regatta geht über 12 Kilometer. Die Start- und Ziellinie liegt vor der südlichen Seepromenade in Starnberg, von da geht es sechs Kilometer bis zur Höhe der Roseninsel und nach einer Wende um zwei Bojen wieder zurück. Gemeldet waren in diesem Jahr 76 Teams in Riemen- und Skullbooten in unterschiedlichen Altersklassen und Zusammensetzungen.

Am Samstag, den 29.09., war zuerst die Mannschaft des Riemenachters „Überlingen“ um 11.00 Uhr an der Reihe:

Blitzstart, hohe Wellen und 53 Minuten volle Kraft und Konzentration – Masterteam mit Rennachter „Überlingen“ erkämpft Platz 13

Einen sehr spontanen Start hatte das Masterteam des ÜRC Bodan im ersten Rennen der Roseninsel-Regatta zu absolvieren. Der plötzliche Schuss ohne vorherige Ansage trieb alle neun Adrenalinspiegel ruckzuck in die Höhe, der Wettkampfmodus war hergestellt und die „Überlingen“ kräftig angeschoben. Kurz nach dem Start gleich einige Achter hinter sich zu lassen, ermutigte uns und gab uns viel Kraft für die bevorstehenden zwölf Kilometer.

Starker Wind und hohe Wellen begleiteten uns auf der gesamten Regatta – volle Konzentration war angesagt, um bloß keinen Krebs zu fangen. Es gelang und immer wieder spürten wir, wie das Boot vorangeschoben wurde mit der gesammelten Kraft aller 8 – Achterfeeling!

Das Rennen blieb zwölf Kilometer lang spannend, weil wir uns kontinuierlich im Wettkampf mit anderen Achtern befanden, die versuchten, an uns vorbei zu fahren. Sensationell unterstützt und angefeuert wurden wir von unserem hervorragenden Steuermann Dieter Beising. Vielen herzlichen Dank, Dieter!

Nach 53 Minuten und 27 Sekunden hatten wir als Sieger in der Kategorie gemischter Rennachter das Ziel erreicht und sicherten uns in der Gesamtwertung Platz 13 von 40.

von Silke Rockenstein

Hohe Wellen und Emotionen

Für 12:45 Uhr war der Start der nächsten Mannschaft aus Überlingen angesetzt. Ulrike Gut, die auch das Training geleitet hatte, steuerte unseren Doppelachter „Bodensee“. Das Team setzte sich aus vier Männern und vier Frauen zusammen, von denen einige erst seit zwei oder drei Jahren rudern.
Seit dem ersten Lauf hatte der Wind noch einmal zugenommen und es war ziemlich wellig. Als das Startsignal ertönte versuchten alle 20 Boote so schnell wie möglich loszukommen. Von überall waren die Anfeuerungsrufe der Steuerleute zu hören und bei der Suche nach der idealen Linie kam man sich bisweilen recht nahe. Bis zur Roseninsel ruderten wir mit dem Wind. Noch bevor wir die Wendebojen erreicht hatten, kamen uns die schnellsten, schmalen Boote entgegen.

Auf dem Rückweg blies uns der Wind entgegen. Die Wellen bauten sich immer mehr auf und schwappten zum Teil mit Wucht über die Bordkante. Zum Glück waren wir durch eine freundliche Leihgabe geschützt: Der Ruderverein Friedrichshafen hatte uns eine Bugabdeckung für den Schellenbacher Achter ausgeliehen.

Die Bedingungen waren für einige der schmalen Rennachter fatal. Wir kamen an vollgelaufenen Booten und im Wasser treibenden Mannschaften vorbei, die gerade von der Wasserwacht aufgelesen wurden. Ulrike ließ uns nicht viel Zeit darüber nachzudenken und feuerte uns an. Damit reichte es für den zweiten Platz in der Kategorie 37 d im gemischten Doppelachter. Wir haben 57.49 Minuten gebraucht und damit unser Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, trotz der erschwerten Bedingungen erreicht!

Weniger Glück hatte die dritte ÜRC-Mannschaft, die um 14.25 Uhr an den Start gehen sollte. Als sie schon in der Startlinie standen kam die Durchsage, dass das Rennen aus Sicherheitsgründen abgebrochen wird

Auch wenn der Abbruch des Rennens die Stimmung sehr getrübt hat, war es für alle Teilnehmer eine tolle Erfahrung, als Aktiver diese einmalige Regatta erleben zu können. Die beiden „Bodensee“-Mannschaften sind Ulrike und Hubert Gut außerordentlich dankbar, dass sie die Idee nach Überlingen gebracht, das Training über Monate organisiert, dokumentiert und mit wachsendem Engagement durchgeführt haben. Dazu haben sie Unterkünfte gebucht, die Meldungsformalitäten erledigt und neue Teammitglieder integriert, wenn jemand ausfiel. Jetzt lautet für alle, egal ob sie starten konnten oder nicht, die Devise: „Nach der Regatta ist vor der Regatta!“

von Sabine Busse

Bilder von Sabine Busse, Thomas Wulf und https://www.mrsv-bayern.de/ bzw. http://www.roseninsel-8er.de/