Jugend Berichte

Jugendruderwanderfahrt 2012 - Paris

von Christoph Krüger

Freitag, 10.08.2012

Heute standen unsere Vorbereitungen zu unserer Jugendwanderfahrt 2012 nach Paris an. Drei Doppel-Vierer mussten abgeriggert und zusammen mit der gesamten Campingausrüstung für eine Woche verladen werden. Um am Samstag Zeit zu sparen, brachten wir unser Gepäck schon im Voraus in die Busse.

 

Samstag, 11.08.2012

Heute ging es endlich los. Nach 20 Minuten Verspätung, weil Chiara verschlafen hatte, fuhren wir Richtung Frankreich. Die Autofahrt bestand eigentlich nur aus Snacks, Schlafen und der Landschaft entlang der Strecke. Walter hatte dabei als Fahrer einen Sonderstatus und wir hoffen mal, dass er nicht geschlafen hat. Natürlich passte unsere 18-köpfige Mannschaft nicht in einen Bus. Daher fuhr ein weiterer um 10 Uhr los. Dank Chiaras Patzer beim Aufstehen, konnten noch einige vergessene Kleinigkeiten im zweiten Bus mitfahren. So unter anderem Chiaras Schminkkoffer und eine Luftpumpe für so manche Matratze.


Laut ADAC-Routenberechnung hätten wir für die Strecke 11 Stunden gebraucht. Doch dank unseres Profi-Truckers Walter schafften wir es auch in 8h und das trotz einer Pause um 10 Uhr. Wir luden die Boote in der Nähe unserer Unterkunft im Ruderclub ab. Wobei man uns sie sogar im Gebäude hinlegen ließ, da es wohl wegen Sachbeschädigung zu gefährlich gewesen wäre, sie in einem französischen Provinzdorf an der frischen Luft liegen zu lassen. Außerdem waren unsere französischen Ruderkollegen trotz einer ankündigenden Mail von Walter sehr überrascht über unseren Besuch. Da Max schon wegen seines Frankreichaustauschs in Paris war, holten wir ihn kurzerhand vom Bahnhof ab.

Nach der Ankunft um ca. 16 Uhr bauten wir beide Zelte auf und erfrischten uns im anliegenden Baggersee. Nach der Abkühlung kam der zweite Bus an, der am Morgen noch in Deutschland einkaufen war. Nun war Kochen angesagt. Dank unserem tollen Kochteam waren die Spaghetti mit, sowie ohne Fleischanteil in der Soße, schnell zubereitet. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen ließ man den Abend ausklingen.

 


Sonntag, 12.08.2012


Nach dem Aufstehen und Fertigmachen waren wir um 10 Uhr in La Ferte und bekamen dort nützliche Hinweise über eine mögliche bevorstehende Polizeikontrolle, die letztendlich später auch eintrat. An der ersten Schleuse des Tages wollte man uns erst gar nicht befördern. Nur durch Zeigen unserer Genehmigung und gutem Zureden von Max konnten wir geschleust werden. Zum Glück meldete uns der Wärter bei den nächsten Schleusen gleich an. Wir ruderten durch eine malerische Landschaft und machten an einem Holzsteg Mittag. Nach der längsten Etappe unserer drei Tage genossen wir den Abend mit Spielen.

 

 

 

Montag, 13.08.2012

Um 7 Uhr ging unser Tag, ganz nach Walters Motto: „Spaß for Fun“, los. Wir fuhren zum Hafen in Poincy, wo wir am Tag zuvor unsere Boote angelegt hatten. Trotz einer weiteren, wie immer freundlichen, Ankündigung per Mail von Walter, kannte uns dort keiner. Trotzdem ruderten wir los und nach 16 km und einer Schleuse, wartete auch schon der Landdienst mit der üblichen, reichhaltigen Verpflegung, auf uns. Nach der Pause und zwei weiteren Schleusen wartete kurz darauf das Highlight des Tages: Der Tunnel. Nach insgesamt 26 km erreichten wir auch schon unser Etappenziel, den Ruderclub in Lagny-s-Marne.


Am Campingplatz angekommen ruhten wir uns aus. Als Abendessen gab es Tortellini mit Rahmsoße. Kalorisch versorgt ging es nach Meaux, wo wir gemütlich durch die Innenstadt schlenderten. Da aber die meisten ziemlich geschafft von den 26 km waren und es auch sonst nichts Interessantes in der Stadt gab, ging es schneller als geplant schon wieder zurück zum Campingplatz. Bei romantischem Kerzenschein und Marlenes Gesang ließen wir den Tag ausklingen.

 

 


Dienstag, 14.08.2012

An unserem dritten und letzten Rudertag waren wir bereits um 09:15 auf dem Wasser und legten vom Steg des Ruderclubs ab. Aufgrund der Binnenschifffahrt konnten wir die großen und langsamen „Pötte“ nicht überholen. Deshalb haben wir für die 10 km inklusive einer Schleuse auch bis zur Mittagspause um 13 Uhr gebraucht. Aber mit Musik im Boot haben wir auch die letzten Kilometer gut geschafft. In Joinville, am Ruderclub angekommen riggerten wir die Boote ab und lagerten sie bis Freitag in der Bootshalle. Dies war vom Verein eigentlich nicht vorgesehen, doch nach einigen Telefonaten vom Trainer mit dem Vorsitzenden war das dann auch abgeklärt. Während ein Bus zum Campingplatz fuhr, versuchte der andere beim Eurodisneyland abzuklären, ob es auch Stunden- oder Nachmittagstarife gäbe. Dies war leider nicht der Fall, sodass keiner von uns den horrenden Preis zahlen wollte.

 

 

 


Mittwoch, 15.08.2012

Heute stand unser Campingplatzwechsel nach Joinville, unweit des Ruderclubs, an. Um 10 Uhr hatten wir die Zelte abgebaut und alle Utensilien sicher verstaut. Heute war ein Feiertag in Frankreich, was es sehr schwierig machte, ein offenes Geschäft für unseren Einkauf zu finden. Mit Hilfe unseres Navis fanden wir dann endlich eines. Nach der anschließenden Aufbauprozedur entschlossen wir uns für ein Vesper zum Mitnehmen, damit wir schneller in Paris sein konnten. Mit dem Bus ging es um 14 Uhr zum Bahnhof und nach mehrmaligem Umsteigen waren wir im Zentrum. Wir stellten eine Besichtigungstour zusammen, in der wir unter anderem die Sacreceur, das Mon Martre, den Triumphbogen sowie den Eiffelturm besuchten. Leider hatten wir keine Zeit für die Notre Dame. Andere Touristen gab es an diesem Tag genug, sodass wir um 21 Uhr wieder am Campingplatz waren.

 

 

 

Donnerstag, 16.08.2012

Heute fuhren wir erneut nach Paris und besuchten das Zentrum Pompidu, das Rathaus sowie die Notre Dame. Danach teilten wir uns in Gruppen auf. Eine Gruppe ging zu den Katakomben, dafür war für das Luvre leider keine Zeit mehr. Stattdessen besuchten wir das Kaufhaus la Fayette. Die Jüngeren gingen dafür ins Luvre, was übrigens für alle EU Bürger bis 25 Jahren kostenlos ist und anschließend zum Shoppen. Weitere Ziele waren der Arc de Triomphe, die Champs d’Elysee und die Sacre Coeur. Um 20:30 Uhr trafen wir uns alle am Eiffelturm und liefen bis zur zweiten Etage die Treppen hoch. Dabei half uns wohl unsere zuvor beim Rudern erlangte Kondition. Den Rest bis zur Spitze nahmen wir den Aufzug und verbrachten den Abend über in Paris. Zur vollen Stunde konnte man das blinkende Lichterspektakel am Turm beobachten. Um 22:30 Uhr waren wir wieder am Boden und fuhren mit der S-Bahn nach Hause.

 

Freitag, 17.08.2012

Nach einem gemütlichen Frühstück am Freitag holte der eine Bus die Boote vom Zwischenlager im Ruderclub und der zweite Bus ging derweil einkaufen. Auf dem Campingplatz gab es mittlerweile Gesellschaft. Eine Gruppe deutsche Skater und ein Bus mit jüngeren Erwachsenen aus ganz Europa machte Halt. Am Campingplatz angekommen fuhren wir wieder nach Paris und lösten uns um 12 Uhr in Les Halles auf. Eine Gruppe besuchte das Luvre bis um 13 Uhr, eine andere schaute sich das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, das Hard Rock Cafe sowie die Galerie de la Fayette an. Walter besuchte noch den künstlichen Strand an der Seine, mit seinen Liegen und Strandkörben. Um 17 Uhr trafen wir uns alle an der Notre Dame wieder. Wir gingen unter Max‘ Führung zum Phanteom, ins lateinische Viertel. Dann teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, je nach Geschmacksrichtung der Restaurants. Anschließend besuchten wir eine kleine Cocktailbar für Studenten, in der es aufgrund des defekten Ventilators sehr heiß war. Die Creperia in der Nähe war ebenfalls sehr schmackhaft. Die Jüngeren fuhren zurück zum Campingplatz, während die anderen das Nachtleben von Paris noch etwas länger genossen. Was allerdings auch seine Grenzen hatte. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Paris fahren zwar bis spät in die Nacht, die Engstelle bildete nur der Bus vom Bahnhof zum Campingplatz, der schon „früh“ seinen Betrieb einstellte.

 

 

Samstag, 18.08.2012

Wir standen, wie fast jeden Tag, um 7 Uhr auf und fuhren um 09:15 Uhr nach Hause zum Bodensee ab. Der Bus ohne Anhänger fuhr schon einmal vor. Am Ruderclub angekommen, luden wir unsere Sachen aus. Das große Aufräumen sollte dann am Sonntag stattfinden.

 

Sonntag, 19.08.2012

Heute trafen wir uns alle um 14 Uhr im Bootshaus zum Aufräumen. Marlene konnte leider nicht, brachte dafür aber dafür später einen leckeren Kuchen vorbei. Die Schwimmwesten liehen wir uns wie in den letzten Jahren vom PCÜ aus. Uns allen hat es sehr viel Spaß gemacht und es ist zu hoffen, dass sich auch nächstes Jahr so viele für die nächste Wanderfahrt begeistern können.


Nach Berlin 2011, stellte Paris nun die zweite Station auf unserer Hauptstadttour durch Europa dar. 2013 führen wir diese „Tradition“ fort und werden unsere einwöchige Wanderfahrt im Sommer nach Wien legen. Mal sehen, wie lange wir diese „Tradition“ noch weiterführen können, aber es gibt ja auch noch genügend Gewässer und Flüsse rund um den Bodensee, die nur darauf warten von der Jugend des ÜRC einmal berudert zu werden.

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