Leistungssport Berichte

IRB Masters on Tour - Thalwiler Langstrecken Regatta

von Björn Quade

Bereits im letzten Sommer haben sich einige eifrige Ruderinnen und Ruderer zusammen getan, um als Masters-Mannschaft (ab 27 Jahre) gemeinsam zu trainieren und sich mit anderen Teams auf Regatten zu messen – was bereits einige Male sehr erfolgreich gelungen war (vgl. Berichte auf Homepage des RV Neptun Konstanz). Seit Januar erweiterte sich der Kreis der Begeisterten um einige Sportler aus den befreundeten Vereinen Überlingen und Kreuzlingen, so dass wir nun tatsächlich als „IRB Masters-Team“ (Internationale Rudergemeinschaft Bodensee) zusammen an verschiedenen Wettkämpfen auftreten können - hauptsächlich mit dem Ziel, als Team im Achter im Inland und Ausland teilzunehmen. Doch ein solches Ziel ist nur erreichbar, wenn auch das Training aufeinander abgestimmt ist. Daher trafen sich bereits seit einigen Wochen die Ruderbegeisterten der drei Vereine an den Wochenenden zu einem gemeinsamen ‚grenzenlosen‘ Training, was die Mannschaft auch bei winterlichen Temperaturen zusammenschweißte. Das IRB-Team umfasst sowohl sehr erfahrene Ruderer, die bereits seit ihrer Jugend reichlich Regatta-Erfahrung sammeln, als auch Neulinge, die später zum Rudersport gestoßen sind, ihn aber ebenso ehrgeizig betreiben. Die Altersspanne des Teams reicht von 21 bis 65 Jahren.

Dieses Wochenende war die Bodensee-Mannschaft mit zwei Achtern zur Saisoneröffnung am Zürichsee beim Ruderverein Thalwil, um dort an der 6,5 km Langstrecke von Zürich City bis Thalwil ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei Regenwetter und Wind verließen sie den Bodensee Richtung Zürich. Die Fahrt mit den Konstanzer und Kreuzlinger Achtern durch die Züricher Innenstadt war allein schon ein Erlebnis und viele neugierige Blicke folgten dem Gefährt. Leider war das Wetter bei Ankunft nicht besser und bei der Obmannbesprechung gab es schon erste inoffizielle Gespräche, ob man wegen des auffrischenden Windes das Rennen nicht absagen sollte. In strömendem Regen bauten die Mannschaften ihre Boote auf und machten sie startklar.


Bild aufgenommen von: Thalwiler Ruderclub

Das Wetter hatte aber Einsehen und ließ die beiden Boote vom Bodensee ihre Fahrt zum Start bei leichtem Nieselregen antreten. Zwei Mannschaften starteten in verschiedenen Kategorien: das Boot um den Schlagmann Sebastian Ahlhelm (Konstanz), startete in der offenen Klasse Männer – also alle Boote mit Ruderern über 18 Jahren – da die Mannschaft von Nicht-Mastern unterstützt wurde, um überhaupt starten zu können. Mit Sebastian saßen Claudia Banschbach (Konstanz), Tina Hekeler (Konstanz), Rebecca Lange (Konstanz/Überlingen), Tilmann Breetsch (Konstanz), Helmut Sorgius (Konstanz), Björn Quade (Überlingen), Andreas Fundinger (Überlingen) und die Steuerfrau Julia Rottberger (Konstanz) im Boot. Kurz nach dem ersten IRB- Maters-Team Boot folgte der zweite Achter mit dem Schlagmann „Mike“ Francetic (Konstanz), Kurt Prosen (Konstanz/Überlingen), Herbert Rapp (Konstanz), Urs Brauchli (Kreuzlingen), Annette Graul (Konstanz), Anja Meißner (Konstanz), Christian Broenimann (Kreuzlingen), Paul Stahlberg (Kreuzlingen), und dem Steuermann Reinhold Ruhland (Kreuzlingen). Dies war (bis auf die beiden Frauen) ein echtes “Reifeteam“ mit Ruderern im Alter zwischen knapp 50 und dem erfahrenen Schlagmann von 65 - ein überdurchschnittlich hoher Altersdurchschnitt im Feld.

Am Start vor der beeindruckenden Kulisse der Stadt Zürich angekommen tummelten sich 40 Achter aller Klassen. Es war ein freier Massenstart, bei dem sich alle Boote einer Klasse auf einer Linie aufreihen und von keinem Starter gehalten werden.

Die offene Klasse startete zuerst nach einem Pistolenschuss. Das erste IRB-Boot fuhr mit einem Spurt an und fand nach kurzer Zeit in einen passenden Streckenschlag, denn 6,5 km müssen gut eingeteilt werden. Das Boot konnte nach den ersten Kilometern ein Boot überholen und heftete sich an die Fersen des nächsten. Diese Verfolgerposition konnte das Team gut bis ins Ziel halten und hielt die nachfolgenden Boote auf Abstand. Das IRB-Boot 1 belegten den 12. Platz in der offenen Klasse.

Die Masters starteten 10 Minuten später. Hier sicherte sich das IRB-Boot 2 nach dem Start einen guten Platz im Mittelfeld. Etwa 16 Minuten lang kämpften sie direkt Bord an Bord mit Küssnacht und Luzern. Es war so eng, dass man das Atmen der Gegner hören konnte, die Rufe der Steuerleute sowieso und die Riemen haben sich fast berührt. Schlussendlich setzten sie sich deutlich ab und konnten im letzten Drittel des Wettkampfes den Abstand zum Verfolgerfeld kontinuierlich ausbauen und einen 7. Platz sichern.

Deutlich wurde einmal mehr: es gewinnt, wer „zuletzt die Finger von der Herdplatte nimmt und dabei auch noch sauber rudert“.

Bei Sonnenschein haben beide Boote ihre Rennen gefeiert und bei Chilli und Rivella den Wettkampf ausgiebig besprochen, haben Kontakte geknüpft und bekannte Gesichter wieder getroffen sowie die nächsten Pläne geschmiedet.

Nächstes Jahr wird das Team wieder antreten – hoffentlich wieder mit zwei Achtern und dem Vorsatz, die Platzierung zu verbessern.

Ein Teil des Teams wird am kommenden Freitag nach London fliegen, um dort am Sonntag beim „Head of the Veterans“ teilzunehmen. Auf der traditionellen „Oxford vs. Cambridge“-Regatta werden sich ca. 300 Achter der Masterklasse treffen, um auf der 6 km langen Strecke um die besten Zeiten zu kämpfen.
Im April folgt vielleicht die Regatta in Lauerz und dann im Mai die Bodenseewoche gefolgt von der Masters EM in München.

Weitere Bilder in der Fotogalerie.

Auf der Homepage des Ruderclub Thalwil gibt es weitere Infos und Bilder.

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