Vereinsleben Berichte

Besichtigung der Kramer Werke

von Sabine Busse

Geschmeidig und beinahe lautlos bewegt sich der Radlager über den Platz. Zu hören ist nur das Knirschen der Räder auf dem Untergrund. Er nimmt eine Schaufel Erdreich auf, dreht sich auf kleinstem Raum und kippt die Ladung ein paar Meter weiter wieder ab. Der vollelektrisch betriebene Radlager mit Allradlenkung ist ein Produkt aus dem Hause Kramer, wo eine Gruppe interessierter Ruderer am Freitag, den 5. Oktober, einen Blick in die Produktion werfen durfte. Vermittelt hatte den Besuch Bernd Kuhn. Emil Kramer, einer der ehemaligen Besitzer des Unternehmens, ist langjähriges Mitglied und Förderer des Ruderclubs.

Die Kramer-Werke hatten von 1940 bis 2008 ihren Sitz in Überlingen. Dort wurde es der expandierenden Firma zu eng und das komplette Werk zog nach Pfullendorf in einen großen, modernen Neubau, der neben der Verwaltung und der Entwicklungsabteilung genug Platz für eine moderne Produktionsstraße bietet. Im Jahr 2000 fusionierte Kramer mit Neuson und gehört heute zur WackerNeuson Gruppe. Mit dem Weltmarktführer im Bereich Landtechnik, John Deere, unterhalten sie eine strategische Partnerschaft.

Die in Pfullendorf gefertigte Produktpalette umfasst Radlader, Teleradlader und Teleskoplader, die in gelber Lackierung im Straßenbau zum Einsatz kommen oder in der grünen Version in der Landwirtschaft. Die Lader fungieren als Zugmaschinen, beladen Biogasanlagen oder sorgen für den Bodenaushub und können schwere Lasten meterhoch stapeln.

Unsere Gruppe führte Hermann Schappeler durch das Unternehmen. Er war 48 Jahre bei Kramer und zeigt auch als Rentner noch gerne Besuchern den Standort. Hermann Schappeler hatte auf jede Frage eine kompetente Antwort und gewährte den Besuchern interessante Einblicke in die Innovationskraft des Traditionsunternehmens.

Nach dem Elektro-Radlager konnten wir noch einen Teleskoplader in Aktion erleben, der Lasten bis fünf Tonnen in fast neun Meter Höhe stemmen kann. Zum Schluss demonstrierte eines der jüngsten Produkte des Hauses sein Können: Der Radlager KL 60.8 meistert u.a. Geländepassagen bis zu einem Gefälle von 40 Prozent. Um den individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden, wird er stets in Einzelanfertigung auf Bestellung gefertigt.

Nach der eindrucksvollen Vorführung auf dem Außengelände zeigte uns Hermann Schappeler im Konferenzraum die Firmenpräsentation, ging auf die Geschichte des Unternehmens ein und beantwortete viele Fragen. Anschließend durften wir einen Rundgang durch die zu dieser Stunde ruhende Produktion machen. Die Besucher hatten vorher erfahren, worauf es bei einer Produktion nach Lean Management-Prinzipien ankommt. Nun konnten sie nachvollziehen, wie so ein strukturierter und optimal auf die an jeder Station zu erledigenden Aufgaben gestalteter Arbeitsplatz aussieht. Vor allem die teilnehmenden Kinder wurden mehrmals von ihren Eltern auf die Vorteile einer peniblen Ordnung, bei der jedes Werkzeug seinen Platz hat, hingewiesen.

Nach zweieinhalb Stunden und einer Fülle von Informationen verabschiedete sich die Gruppe von Hermann Schappeler und bedankte sich für diesen interessanten Nachmittag, nachdem wir Bau- und Landmaschinen mit ganz anderen Augen sehen werden.

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